Lernformen
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 Lernformen

 

 

 

Die Verhaltensforschung hat verschiedene Lernformen definiert, die ich hier ganz kurz erläutern möchte. In der Praxis sind die Übergänge von der einen zur anderen Lernform fließend und können ineinander übergehen. Diese Lernformen stelle ich vor:

  • Prägung
  • Gewöhnung / Sensibilisierung
  • Assoziationslernen
  • Klassische Konditionierung
  • Operante Konditionierung

Als Prägung wird ein Lernen in früher Jugend während einer sensiblen kurzen Entwicklungsphase bezeichnet, welches später nur schwer veränderbar ist. Die sensible Phase beginnt etwa in der 3. Lebenswoche und endet in der 12. Woche. 2/3 dieser Zeit sind die Welpen in der Obhut des Züchters. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Welpen bereits hier möglichst viel verschiedene Umweltreize erfahren können.

Gewöhnung gilt als einfache Form des Lernens. Hier geht es darum, den Hund an bestimmte Ereignisse durch rasche Wiederholung heranzuführen. Ist mit dem Reiz weder ein positives noch ein negatives Erlebnis verknüpft, fällt die Reaktion immer schwächer aus. 

Dem gegenüber steht die Sensibilisierung, hier soll der Hund auf ein bestimmtes Signal oder Geräusch sensibel reagieren. 

Der Versuch, den Hund an ein Geräusch zu gewöhnen, kann ins Gegenteil umschlagen, also den Hund sensibilisieren, wenn der Ausgangsreiz an sich bereits eine zu heftige Reaktion auslöst.

Lernen durch Assoziation bedeutet die gedankliche Verknüpfung zweier fast gleichzeitig auftretender Reize miteinander. Hunde haben eine große Fähigkeit, Ursache-Wirkungsketten (sog. Kausalketten) zu erfassen.

Kausalketten können auf zweierlei Arten entstehen:

  1. ein bestimmtes Ereignis bewirkt, dass ein anderes Ereignis eintritt.
  2. ein bestimmtes Ereignis bewirkt, dass ein anderes Ereignis nicht eintritt.

 

Klassische Konditionierung ist eng mit Assoziationslernen verbunden. Man versteht hierunter die Verknüpfung eines an sich unbedeutenden Reizes mit dem Eintreten einer angenehmen Reaktion.

Bei der operanten Konditionierung dagegen, wird ein vom Hund zufällig oder bewusst freiwillig gezeigtes Verhalten belohnt. Wird ein bestimmtes Verhalten immer belohnt, wird der Hund es auch immer häufiger anbieten.

Diese Lernform wird auch als Lernen durch Versuch und Irrtum oder besser durch Versuch und Erfolg bezeichnet.

Hunde und Menschen lernen, Reize zu ignorieren, die keine Bedeutung für sie haben (Gewöhnung). Diese erlernte Bedeutungslosigkeit beeinträchtigt späteres Umlernen. Wird ein junger Hund gerufen, während er in ein Spiel mit Artgenossen vertieft ist, ist es eher unwahrscheinlich, dass er tatsächlich kommt. Auf das Signal „Rufen“ folgt nicht das erwartete Verhalten „Kommen“. Geschieht dies wiederholt, wird das Rufen des Hundeführers immer bedeutungsloser.

Für einen zuverlässigen Gehorsam ist es daher wichtig, dass Signale des Menschen für den Hund eine möglichst hohe Bedeutung erlangen.

 

  

  

 


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aktualisiert: 04.11.2012