Fertigbarf?
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 Fertigbarf oder der Trend zum Rundum-Sorglos-Paket

 

 

Keine Frage, BARFEN ist in und das ist auch gut so. Zeigt es doch, dass Tierbesitzer sich kritisch mit der Ernährung ihres Haustieres auseinander setzen und ihr Tier so artgerecht wie möglich ernähren wollen.

Wie bei jedem Trend, lauern aber auch bei der BARF-Fütterung Gefahren, eine davon ist das immer häufiger anzutreffende Fertigbarf.

Was verbirgt sich dahinter?

Fertigbarf sind Mix-Pakete, die (ähnlich wie beim Fertigfutter) den Eindruck eines Alleinfuttermittels erwecken. Sie fördern die Bequemlichkeit der Tierhalter wie seinerzeit das Fertigfutter auch. Tüte auftauen und alles drin was das Tier braucht, alles einfach, alles gut, man schwimmt mit dem Trend und fühlt sich wohl. Fertigbarf ist sicher auch eine gute Einstiegsmöglichkeit für Anfänger, die sich nicht trauen und die Angst haben, ihr Tier falsch zu ernähren. Möglicherweise hat man auch Bekannte, die akribisch aufs Gramm alle Futterkomponenten ausrechnen und ist von dieser Art des Fütterns dadurch eher abgeschreckt...

Fertigbarf ist sicher vom Grundgedanken eine gute Idee, wenn es mal schnell gehen soll, im Urlaub, in besonderen Stresszeiten oder eben als Einstieg in diese Art der Fütterung.

Die Gefahr beim Fertigbarf sehe ich darin, dass die Mixe erstens einmal teurer verkauft werden, als Einzelkomponenten. Werden Mixe industriell (ja, das gibt es auch schon) hergestellt, ist es ein Leichtes, hier minderwertigere Produkte mit unter zu mischen: Mehr Pansen, mehr Blut, mehr Fett, mehr Wasser, dafür weniger Muskelfleisch - dem fertigen Produkt sieht man das nicht unbedingt an und schwarze Schafe gibt es in jedem Lebensbereich.

Manchmal wird der Griff zum Fertigbarf auch gefördert durch akribisch ausgefeilte Ernährungspläne, die in der Praxis einfach zu aufwändig sind, der Tierhalter taumelt von einer Abhängigkeit (Fertigfutterindustrie) in die andere Abhängigkeit (Ernährungsberater). Das möchte ich vermeiden! Meine Beratung zielt auf mehr Selbständigkeit ab.

Trotzdem ist Fertigbarf immer noch die bessere Alternative das gesunde Tier zu füttern - nur bitte nicht ausschliesslich, bitte auf gute Qualität achten, beim Händler des Vertrauens kaufen und Zusätze wie gute Öle, Vitamine und Pflanzenfasern selbst zufügen. Kleine Erzeuger können kein individuelles Fertigbarf zum angemessenen Preis herstellen, sie haben weder die Kapazitäten noch die Lagerungsmöglichkeiten.

Ein ausgewogenes Fertigbarf für jedes Tier wäre die Quadratur des Kreises.

Für kranke Tiere ist Fertigbarf allerdings überhaupt keine gute Idee! Hier sollte man sich selbst mit der Futterzusammenstellung auseinander setzen oder mit einem Barfberater sprechen.


 

 


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aktualisiert: 25.08.2014